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Let's hunt!

03. August 2014 - 12:10 Uhr Düsseldorf - 22:10 Uhr Cambridge
Die ganze Woche habe ich mich während der Arbeit eigentlich nur auf eines gefreut: Das Wochenende! Mir sechs Leuten (Maggie, Grant, Fi, Allan, Raewyn und ich) würde es Richtung Eastern Bay of Plenty gehen um dort bei der letzten Jagd des dortigen Jagdvereins teilzunehmen - mit anschließender Übernachtung.
Morgens um 6 hieß es dann samstags aufstehen, Pferde füttern, misten und fertig machen. Zusammen wurde der Lkw gepackt und Grem und Buzz für die 2-3 Stunden lange Fahrt vorbereitet (ich würde wieder Chucky von Grant reiten). Während der Fahrt durfte ich mich mal wieder davon überzeugen lassen, dass Neuseeland so ziemlich die schönsten Straßen der Welt hat: Eine ganze Weile ging es an der Küste entlang sodass wir freien Blick auf das Meer hatten. Gegen Mittag waren wir endlich in Te Puki an dem Stall von wo aus die Jagd losgehen würde. Beim ersten Glas Schnaps mit dem Master wurden wie immer die Gäste begrüßt - nur dass ich diesmal dank meiner Herkunft besonders hervorgehoben wurde. Mich kannte danach das gesamte Jagdfeld und die restliche Zeit wurde ich kontinuierlich mit "German" angesprochen - Namen merken wäre ja auch zu anstrengend.
Wir waren noch nicht lange unterwegs als wir beim Blicke schweifen lassen ein Mädchen sahen, welches ihr Pferd überhaupt nicht mehr im Griff hatte. Im vollen Galopp. Den Berg runter. Auf einen Zaun zu. Alle haben den Atem angehalten als die zwei den Berg runtergebrettert sind und mehrfach sah es so aus als würden die zwei sich überschlagen, aber irgendwie haben sie es geschafft stehen zu bleiben und auch nicht im Zaun zu landen. Obwohl sie danach das Pferd geführt hat. Die Leute dort waren unheimlich freundlich und so haben wir schnell Anschluss gefunden und uns lange mit den unterschiedlichsten Reitern unterhalten.
Der Part der mit vermutlich am besten in Erinnerung bleibt ist Allans filmreifer Abgang: Grem hat eine Hecke mit etwas zu viel Enthusiasmus genommen, sodass sich Allan von ihm verabschiedet hat und über den Boden rollte bevor er wieder auf die Füße kam - ohne seine Brille (sie wurde später gefunden). Grem hingegen hielt es gar nicht für nötig anzuhalten und raste über den unbeschrankten Bahnübergang. Da Allan wieder auf den Beinen war folgte ich dem Wallach und dachte noch "da vorne kommt die nächste Hecke und das Tor ist zu, dann bekomme ich ihn". Das dachte ich wohl. Grem sah das ganz anders. Er nahm noch einmal Schwung und sah es nicht einmal für nötig über den gestutzten Part der Hecke zu springen - er sprang direkt die circa 1,30m hohe Dornenhecke, um dann im vollen Galopp weiterzurasen (wer braucht schon einen Reiter um zu jagen?). Auch als die Pferde vor ihm stoppten um ihn zum anhalten zu überreden galoppierte er munter weiter und versuchte so an die Spitze zu gelangen. Ich konnte ihm in dem Tempo leider nicht folgen, aber irgendwer hat ihn letztlich doch bekommen und nach ungefähr einer halben Stunde war er dann auch wieder bei Allan angelangt.
Am Ende der Jagd gab es noch einen high-jump-competition: Alle die wollen springen über einen normalen, nicht festen Sprung und wer fehlerfrei drüber kommt ist eine Runde weiter. Nach jeder Runde wird der Sprung erhöht. Allan, Fi und ich versuchten unser Glück nach einer Einladung des Masters. Chucky hat wirklich alles gegeben und so waren wir mit dem Master und einer weiteren Frau die letzten Verbliebenen im Feld. Doch weiter sollte ich eigentlich nicht kommen, denn der Sekretärin fiel ein, dass ich überhaupt kein Mitglied in einem Jagdverein bin (jemand von der ganz schnellen Sorte). Während der Master mir das erklärte und sich dafür entschuldigte kam von ungefähr 20 Leuten nur "carry on" und der Master erlaubte mir einen weitern Sprung - den ich als einzige meisterte. Theoretisch hätte ich demnach gewonnen, aber die zwei versuchten es noch einmal und kamen ebenfalls rüber, sodass ich von da an nur noch zusah.
Abends wurden dann die Pferde zum Hof des Houndsman gebracht und wir sind zu der Scheune gefahren, wo die Party stattfinden würde. Für 10$ Eintritt gab es ein Buffet vom allerfeinsten. Eine riesige Auswahl und alles super lecker. Danach wurde bei Livemusik gefeiert - und wie! Zwei Mädels aus Irland haben ein irisches Partylied angestimmt und Allan hat angefangen zu tanzen, was den ganzen Rest zum Lachen brachte, da er sich teilweise beabsichtigt, teilweise unbeabsichtigt auf dem Boden kugelte, aufsprang, und weiter seine Moves auf's Parkett legte. Ich habe sehr viele kennen gelernt und den Abend wirklich genossen. Um 1 Uhr wurde die Musik ausgemacht, sodass wir gemeinsam mit dem Houndsman in unseren Truck gegangen sind um dort weiter zu trinken. Bis 3 Uhr waren wir auf den Beinen bevor wir alle in die Betten gekrochen sind - ohne gestellte Wecker, ein schönes Gefühl!
Nur leider wurden alle um 8 Uhr wach. Der Grund war Allan. Er war wohl schon was länger wach und hatte keine Lust zu warten, weshalb er beschloss den Truck anzuschmeißen und zum Houndsman nach Hause zu fahren um die Pferde zu holen. Wovon natürlich alle hinten im Lkw wach wurden - die Türen wurden auch mit Absicht zugeknallt damit auch ja keiner weiterschlafen kann, 5 Stunden Schlaf sind schließlich mehr als genug.
Bei strömenden Regen haben wir dann die Pferde von einer ziemlich großen, am Hang liegenden Weide holen dürfen. Dafür wurden wir dann zum Frühstück eingeladen und ich bin zum ersten Mal in der Zeit die ich jetzt hier bin in ein warmes (!) Haus gekommen. Die Häuser hier sind nämlich selten isoliert und geheizt wird im Normalfall wenn überhaupt das Wohnzimmer. Doch der Usher hat einen Kamin im Wohnzimmer wodurch es kuschelig warm war und wir das reichlich vorhandene Frühstück wirklich genießen konnten. Bis ich die Kakerlake hinter mir vorbeikrabbeln gesehen habe. Kakerlaken sind hier auch in vielen Häusern, weil die meisten aus Holz sind und die dann immer Orte finden wo sie sich verstecken können. Trotzdem möchte man keine beim Frühstück 5 Zentimeter an sich vorbeilaufen sehen.
Gegen 11 Uhr haben wir uns dann auf den Weg nach Hause gemacht und dort die Pferde versorgt und die Aufgaben auf dem Hof erledigt, für die Meg keine Zeit hatte (sie musste schließlich arbeiten). Ich habe mit Raewyn gesprochen ob ich den Hof früher verlassen kann, damit ich mehr Zeit zum reisen habe und sie hat zugestimmt - am 13. September werde ich die Lamberts verlassen und bis zum 29. herumreisen. Was ohne Auto gar nicht so einfach ist, sodass ich nicht zu ganz so vielen Orten komme. Aber da ich ohnehin noch einmal wiederkommen möchte ist das auch kein Thema.

v.l.n.r.: Grant, Maggie, Fi, ich, Raewyn, Allan


Raewyn und Fi
3.8.14 12:11
 
Letzte Einträge: Ein Festmahl nach dem anderen, [Feels like] falling down, Kurze Zusammenfassung von viel Erlebtem, Land of the earthquakes, Cute buddies, Back to where it began


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